Frankfurter Investmentmarkt mit starkem Jahresbeginn

Datum Autor
Dennis Weinacht

Der Gewerbeimmobilienmarkt hat in Frankfurt ein sehr gutes Transaktionsvolumen (TAV) im ersten Quartal 2020 verzeichnet. Laut aktuellen Zahlen von blackolive, Mitglied im Netzwerk der German Property Partners (GPP), wurden in diesem Zeitraum rund 1,88 Mrd. Euro investiert. Das macht ein Plus von 194 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (641 Mio. Euro).

Oliver Schön, Geschäftsführer von blackolive: „Investoren haben nach wie vor einen hohen Anlagedruck. Deshalb lief das erste Quartal des Jahres sehr gut. Allerdings wird die aktuelle Corona-Krise den Investmentmarkt ab dem zweiten Quartal hemmen. Je nachdem, wie sich die Situation in Deutschland entwickelt, besteht die Gefahr nachhaltiger wirtschaftlicher Folgen."

Der Frankfurter Investmentmarkt im Detail

  • Das TAV steigerte sich um 194 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 641 Mio. Euro auf 1,88 Mrd. Euro.
     
  • Stärkste Assetklasse war nach wie vor der Bereich Büro. Allerdings lag der Anteil am Gesamt-TAV „nur“ bei 58 % (gegenüber 80 % im Vorjahr).
     
  • Rund 52 % des TAV wurden von internationalen Investoren angelegt. Bei den zwei größten Deals allerdings kamen die Käufer aus Deutschland.
     
  • Die Spitzenrenditen stagnieren auf einem weiterhin niedrigen Niveau: Büro liegt aktuell bei 2,95 (-0,05 gegenüber 2018), Geschäftshäuser bei 2,90 (unverändert) und Logistik bei 3,90 (-0,30).
     
  • Der Verkauf des „Ma’ro“ (Neue Mainzer Straße 74-80) war mit einem Kaufpreis von rund 200 Mio. Euro der Top-Deal des Quartals. Käufer war Luwin für das Versorgungswerk der Architektenkammer Baden-Württemberg, Verkäufer war Invesco Real Estate.

Prognose – Trotz Pandemie ist ein gutes Jahr möglich

Trotz einer weiteren Verknappung des Angebotes, befinden sich viele große Objekte noch in der Pipeline. Oliver Schön: „Vieles wird vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie abhängen. Allerdings ist ein Transaktionsvolumen am Ende des Jahres zwischen 5,5 und 6,5 Milliarden Euro durchaus im Bereich des Möglichen.“ Die Renditen werden 2020 auf einem ähnlichen Niveau wie im vergangenen Jahr stagnieren bzw. leicht sinken. Investoren sind aufgrund des mangelnden Angebotes nach wie vor dazu bereit, höhere Kaufpreise zu investieren und niedrigere Renditen in Kauf zu nehmen.

Auf einen Blick – Zahlen, Fakten & Top-Deals zu Q1 2020

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